So baue ich Websites mit KI: Ein ehrlicher Blick in meinen Workflow
KI-gestützte Webentwicklung ist kein Knopfdruck-Zauber – aber sie verändert, wie schnell und gut Websites entstehen. So sieht mein Arbeitsablauf wirklich aus, Schritt für Schritt.
Bidu
Webentwickler & Berater für KMU-Digitalisierung

«Mit KI gebaut» steht heute auf jeder zweiten Agentur-Website. Was das konkret heisst, sagt kaum jemand – vermutlich, weil bei vielen dahinter nicht viel mehr steckt als ChatGPT für die Texte.
Ich arbeite anders, und ich habe kein Problem damit, die Karten offenzulegen: Hier ist mein tatsächlicher Workflow, wenn ich eine Website baue – inklusive der Stellen, an denen KI brilliert, und der Stellen, an denen sie ohne Menschen Schrott produziert. Diese Website hier ist übrigens genau so entstanden.
Schritt 1: Zuhören – ganz ohne KI
Der wichtigste Teil passiert vor der ersten Zeile Code: verstehen, was die Website erreichen soll. Anfragen? Bewerbungen? Verkäufe? Wer soll sie besuchen, und was soll diese Person tun?
Das ist ein Gespräch zwischen Menschen. Eine KI kann dir hundert Fragen dazu generieren – aber sie merkt nicht, wenn ein Kunde «mehr Kunden» sagt und eigentlich «bessere Kunden» meint. Dieser Teil bleibt Handarbeit, und wer ihn überspringt, baut schöne Websites, die nichts bringen.
Schritt 2: Struktur und Konzept – KI als Sparringpartner
Jetzt kommt die KI ins Spiel, aber nicht als Autopilot, sondern als Sparringpartner: Ich lasse mir Strukturvorschläge machen, Zielgruppen-Perspektiven durchspielen («wie liest ein 55-jähriger Handwerksmeister diese Seite?»), Formulierungen variieren. Die KI liefert in Minuten, wofür früher ein halber Workshop-Tag draufging.
Entscheiden tue ich. Die KI schlägt fünf Varianten vor – welche zur Firma passt, sieht sie nicht.
Schritt 3: Design und Code – hier spart KI am meisten
Das ist der Teil, der sich in den letzten zwei Jahren am radikalsten verändert hat. Ich beschreibe einer Coding-KI, was ich brauche – Sektion für Sektion, mit klaren Vorgaben zu Design-System, Farben und Verhalten – und sie schreibt den Code schneller, als ich je tippen könnte. Anpassungen laufen im Dialog: «Die Karten sollen beim Hover leicht anheben», «der Hero braucht mehr Luft auf Mobile».
Was das konkret bringt: Aufgaben, die früher einen Tag dauerten, sind in ein, zwei Stunden erledigt. Deshalb kann ich Websites zu Preisen anbieten, für die man früher einen Baukasten nehmen musste – die ehrliche Kostenrechnung habe ich separat aufgeschrieben.
Was es nicht bedeutet: dass der Code ungeprüft live geht. KI-generierter Code ist wie die Arbeit eines schnellen, talentierten Junior-Entwicklers – oft gut, manchmal elegant, gelegentlich mit einem Fehler, den nur jemand mit Erfahrung erkennt. Jede Zeile läuft durch meine Kontrolle, jede Seite wird auf echten Geräten getestet.
Schritt 4: Bilder, Logos, Illustrationen – aus der KI, nach Mass
Stockfotos erkennst du auf hundert Meter – das lächelnde Callcenter-Team, der Händedruck vor Glasfassade. Ich generiere Bildwelten stattdessen mit Bild-KIs: passend zu Farben und Stimmung der Marke, einzigartig, ohne Lizenz-Kopfweh. Die Cover-Bilder in diesem Blog sind alle so entstanden.
Auch hier gilt: Die KI liefert Vorschläge, kuratiert wird von Hand. Aus zehn generierten Varianten ist eine gut – aber diese eine ist besser als jedes Stockfoto.
Schritt 5: SEO und Tempo – KI hilft, Handwerk entscheidet
Meta-Beschreibungen, strukturierte Daten, Alt-Texte in grosser Zahl: perfekte KI-Aufgaben. Die technische Basis dagegen – statisch generierte Seiten, saubere Ladezeiten, Core Web Vitals – ist Architektur-Entscheid und Handwerk. Da hilft keine KI, wenn das Fundament falsch gewählt ist.
Was der Kunde davon hat
Unterm Strich verändert KI in meinem Workflow drei Dinge:
- Tempo: Von der ersten Idee zur klickbaren Vorschau vergehen Tage, nicht Wochen.
- Preis: Weniger Stunden heisst tiefere Kosten – bei gleicher oder besserer Qualität.
- Iterationen: Änderungswünsche sind günstig geworden. «Zeig mir das noch in einer zweiten Variante» ist keine Budgetfrage mehr.
Und eines verändert sie nicht: Verantwortung. Wenn die Seite live ist, muss sie schnell laden, gefunden werden und Anfragen bringen – dafür stehe ich gerade, nicht die KI.
Mein Fazit
KI macht Webentwicklung nicht überflüssig – sie macht sie schneller, günstiger und in guten Händen besser. Entscheidend ist, wer das Werkzeug führt: Der Unterschied zwischen einer generischen KI-Website und einer guten liegt in den Entscheidungen davor, dazwischen und danach.
Wenn du sehen willst, was das für dein Projekt heisst – Website, Shop oder Web-App: Schau dir meine Webentwicklung an oder erzähl mir direkt von deinem Vorhaben. Wie immer mit ehrlicher Antwort, auch wenn sie «dafür reicht ein Baukasten» lautet.
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